Der Kristallpuck und die DEL Saison 18/19

Wenn sich einer mit Eishockey auskennt, dann er: niemand hat mehr richtige Ergebnisse vorhergesagt als der Kristallpuck. Niemand gibt tiefere Einblicke in die Seele von Teams, Spielern, Offiziellen und Spielgeräten wie er. Für die DEL Saison 2018/19 hat sich der Kristallpuck entschieden, eine sehr genaue Prognose für jeden Monat im Spielkalender abzugeben. Ob er auch diesmal richtig liegen wird?

September

Iserlohn freut sich über ein ständig ausverkauftes Haus. Woher der Andrang kommt ist den Roosters noch nicht klar, immerhin verlieren sie vier der ersten drei Spiele.

Um für eine bessere Stimmung im Team zu sorgen organisiert Christoph Ullmann in Augsburg einen Helene-Fischer-Abend. Trotz gehobenem Alter zeigt sich, das der Ex-Adler alles andere als atemlos ist und springt wie ein junges Pferd mit dem Mikro durch die Kabine. Das Video wird ein Social Media Hit, weswegen Ullmann ein komplettes Spieltagswochenende verpasst da er zu Jimmy Kimmel in die USA eingeladen wird.

In Krefeld gehen aufgrund unzähliger Verletzungen langsam die Spieler aus. Matthias Roos springt im Duell gegen Köln kurzfristig als Verteidiger ein und wird von Kölns Nr. 41 böse aufs Eis gecheckt und anschließend als Schauspieler beschimpft. Die Szene erinnert an den Zusammenstoß von Florian Busch mit Joko Winterscheidt. Die DEL sperrt die Nr. 41 nicht, da man von einem sauberen Check gegen den Kopf und Nacken spricht. Auf Twitter veröffentlicht die DEL als Beweis hierzu auch einige Impressionen.

Schwenningen ist nach dem ersten Spieltagswochenende überraschend erster. Dank sechs Treffern von Dominik Bittner stürmt man den Gipfel der DEL vor allem wegen des überragenden Torverhältnisses.

Oktober

Kölns Nummer 41 verprügelt beim Testspiel gegen Edmonton Stürmer Tobias Rieder und checkt anschließend Leon Draisaitl krankenhausreif. Daraufhin stellt Kölns Headcoach Draisaitl den Verantwortlichen die Frage: der Spieler oder ich. Da man in Köln um das eigene Image sehr besorgt ist entlässt man Draisaitl. Die DEL sperrt die Nr. 41 nicht, da es sich um ein reines Testspiel handelt. Die NHL schreitet ebenfalls nicht ein, da man mit der „Bierliga“ aus Deutschland nichts zu tun haben möchte und die Zusammenarbeit auf Eis legt.

In Iserlohn wird es langsam unheimlich. Der Saison-Slogan „Heimatverliebt“ wird von sächsischen Gruppierungen gänzlich falsch verstanden. Das Stadion ist weiter ausverkauft, für solche finstere Gestalten, gerade aus Sachsen, ist definitiv kein Platz. Mit „Hockey is Diversity“ haben die Roosters zudem einen starken Partner an der Seite um dem Problem Herr zu werden bevor es eins wird. Zudem wird das Motto doch noch zu „Keiner stoppt den Bauernhof“ geändert.

In Krefeld feiert Matthias Roos sein Comeback – nicht auf dem Eis sondern auf der Eismaschine. Per Headset ist er mit der Kabine der Pinguine verbunden um dort die Drittel zu besprechen. Eine Einladung zu einem hieran angelehnten Podcast lehnt er wegen Zeitmangels ab.

November

Angestachelt von der Saisonspende spielt Dominik Bittner im Dress der Schwenninger Wild Wings bislang die Saison seines Lebens. Mitte November kommt er auf 12 Tore und 20 Assists. Die NHL wird langsam auf ihn aufmerksam.

Die Saison seines Lebens scheint auch Jerry Kuhn in Wolfsburg zu spielen. Kuhn kann leider nicht alles verhindern, macht im Spiel gegen Straubing 64 Saves, kann aber die 1:7 Niederlage nicht verhindern. Gegen Bremerhaven kommt er auf 84 Saves, dass 0:6 kann er trotzdem nicht verhindern.

Aufgrund der unglaublichen Dominanz treten die roten Bullen aus München nur noch mit drei Sturmreihen an. Die vierte Sturmreihe bildet sich ab sofort aus dem „RedBull Athletes Program for Exchange“, kurz RAPE. Hier stehen immer andere Athleten auf dem Eis. Erwartet werden Fussballer aus Leipzig und Salzburg, Trainer Ralf Rangnik wird ebenso auf dem Eis zu sehen sein wie Felix Baumgartner oder die Formel 1 – Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Man gewinnt auch Rick Goldmann für ein Spiel. Dieser weigert sich allerdings bei der Partie der Bullen gegen die Haie aufs Eis zu gehen. Die Nr. 41 der Haie checkt daraufhin aus Frust Sharky um. Selbiger kommt mit einer Grätenzerrung jedoch glimpflich davon.

In Krefeld übernimmt Matthias Roos ab sofort vormittags die Kinderbetreuung der Pinguin-Spieler. Als Papa-Pinguin erzählt er den Kindern Geschichten von den Plätzen zehn, sechs und sogar drei.

Dezember

Die Krise der DEG spitzt sich weiter zu. Als externe Berater verpflichtet man kurzerhand das komplette Team der Shorthanded News. Man erhofft sich hier mehr Input und Antworten auf so ziemlich alle Fragen.

Straubing baut indes das Team komplett um und tritt ab Januar mit einer U20 an. Die Gründe hierfür sind „Senkung der Kosten“ und „ist doch eh egal wie wir spielen“. Wirklich mitbekommen hat das allerdings keiner, da die Social Media Kanäle der Tigers weiterhin gänzlich unberührt bleiben.

Bremerhaven steht völlig überraschend auf einem Playoff-Platz. Mit 34 Punkten bei 18:3 Toren hat man Platz 6 derzeit inne. Auf einer Pressekonferenz erläutert Alfred Prey den Schlüssel zum Erfolg: da man Mike Moore nicht einbürgern konnte wurde selbiger in der Kabine als Warnung an den Rest verbrannt. Damit lässt er der Aussage „Wir bevorzugen Spielertypen, die man richtig anzünden kann“ auch Taten folgen.

Matthias Roos bezieht in Krefeld unterdessen ein Büro in der Einwanderungsbehörde. Das Motto lautet „Was man in Bremerhaven und Iserlohn kann, können wir schon lange“.

Januar

Kurz nach Jahreswechsel kommt es in Düsseldorf zum großen Knall. Trotz der sportlichen Talfahrt möchte man etwas „hipper“ werden und verpflichtet die Shorthanded News komplett. Auf deren Anraten hin verpflichtet die DEG zudem noch kurz vor dem Wintergame die Hanson Brothers. So fühlt man sich bestens auf das Spiel und Kölns Nummer 41 vorbereitet. Es entwickelt sich damit das wohl denkwürdigste DEL Winter-Game aller Zeiten. Großen Anklang findet der Themenbereich „Belgien“. Dort gibt es neben vielen Spezialitäten auch einen von den Shorthanded News betriebenen Bierausschank mit dem schönen Namen „Pelles Senfglas“.

In Mannheim greift das System von Pavel Gross noch immer nicht. Allerdings gibt es in seinem Arbeitsvertrag eine bestimmte Klausel, die sogenannte „Gross-Klausel“. Diese besagt, dass nur Pavel Gross sich selbst entlassen kann. Gross darf weitermachen, das Motto „Familienfreundliches Eishockey“ setzt sich immer mehr durch da die Spieler nun komplett das Checken auf dem Eis einstellen. Dies kommt vor allem der Merchandisingabteilung sehr entgegen, da es ab sofort ein Adler-Schaffell im Angebot gibt. Ein voller Erfolg der Kampagne wird „Der Wolf im Schaffell“.

Februar

Auch Krefeld kommt nicht zur Ruhe. Da man drauf und dran ist erneut die Playoffs zu verpassen ruft der russische Großinvestor kurzerhand die „Krefelder Hockey Liga“, kurz KHL, aus. Diese Idee findet man auch in Franken ganz hervorragend weswegen Thomas Sabo kurzerhand die „Nürnberger Hockey Liga“, kurz NHL, welche direkt über Auf- und Abstieg verfügt, ins Leben ruft. Überraschender Weise und aufgrund des geflossenen Geldes stimmt der DEB in beiden Fällen zu. Beide Ligen werden allerdings kurz vor der offiziellen Eintragung doch noch gestoppt. Es kam zu Klagen wegen den Namensrechten. Der Alps Hockey League ist das allerdings weiterhin egal. Um sich stärker im Eishockey einzubringen ruft Königs Pilsner die „Beer-League“ aus. Daraufhin verlässt das Team von Shorthanded News die DEG und wechselt dort hin. Der Versuch von Eisbär Florian Busch ebenfalls eine neue Liga zu gründen scheitert an Anschütz.

In Berlin stellt sich heraus, dass Stéphane Richer heimlich das Training leitet. Die Eisbären sind mit 40 Punkten Abstand hinter München trotzdem Zweiter der Tabelle. „Ich kann es halt nicht lassen“ so die frühere Nr. 25 der Adler.

Matthias Roos, der kurzzeitig Ligenleiter der neu gegründeten KHL war, kehrt als Chef-, Co-, Athletik-, Goalie-, und Mental-Trainer der Pinguine wieder hinter und neben die Bande zurück.

März

Sensation im Deutschen Eishockey: die Bundesliga der Frauen erhält einen Namenssponsor. Ab sofort wird die gesamte Liga von Victorias Secret gesponsert, der Name der Liga ist schlicht „Vici-League“. Die Server des DEB brechen aufgrund des Ansturms auf die Seite zusammen.

Bei den Ice Tigers gibt es ab sofort die „Luxusklattschpappe“. Selbige hält nun mehrere Spiele und ist im Stream noch nerviger hörbar. Beim Kauf von fünf Luxusklattschpappen bekommt man als Bonus ein silbernes Armbändchen mit der Aufschrift „Luxusklattschpappenklatscher“. Zudem gibt es die „Sammelklatschpappe“. Wenn man sechs verschiedene besitzt kann man sich die „Superduperluxusklitschklattschpappe“ zusammenbauen.

Für Matthias Roos und die Pinguine ist die Saison vorbei. Am Ende war es knapp Platz 14 mit einem Punkt Vorsprung auf Frankfurt. Die Löwen hatten zu Beginn der Saison Lizenzunterlagen für die DEL eingereicht und man hat aus Testzwecken einige Spiele gegen DEL-Teams absolviert. Mit dieser Punktzahl wäre man 15. geworden, hochgerechnet auf die gesamte Saison wäre man vor Krefeld auf Rang 14 gelandet. Matthias Roos wird unterdessen Bauherr der neuen Trainingshalle der Pinguine.

Die Teams in den Playoffs sind: München, Berlin, Schwenningen, Mannheim, Iserlohn, Bremerhaven, Ingolstadt. Den achten Playoffplatz nimmt die neu-formatierte Mannschaft von Köln-Düsseldorf ein. Diese Kooperation wurde interessant als man merkte, dass beide Teams es nicht in die Endrunde schaffen würden. Nach einer kurzfristigen Ligentagung, in der die Pre-Playoffs kurzerhand abgeschafft wurden, bekommt man das „go“ für „Kö-Dü“ und die Teams dürfen ihre Punkte zusammenzählen. So verdrängt man noch Nürnberg aus der Endrunde. Da ein Team fehlt bringt man die Saison mit 13 Teams zu Ende. Krefeld bleibt auf 14.

April

Für „Kö-Dü“ sind die Playoffs sehr schnell beendet. Nach einem Eklat im Training mit der Nummer K41 wurde es eng mit dem Spielermaterial. Nr. K41 wusste im Training nicht mehr wer zu ihm gehört und wer nicht und checkte daraufhin einfach mal alle um. Besonders bitter: wegen eines eingerissenen Fingernagels kann K41 nicht auflaufen und „Kö-Dü“ hat zu wenig Spieler auf dem Eis. Schwenningen freut es, die Wild Wings ziehen, angeführt von Topscorer Dominik Bittner, ins Halbfinale ein.

Gegner dort ist München. Die roten Bullen spielen noch immer mit dem „RAPE“ System, müssen in der Endrunde allerdings zwei „Fremdathleten“ einsetzen. Trotzdem reicht es für den Finaleinzug. Gegner dort ist Mannheim. Völlig überraschend haben die Spieler dort das System von Pavel Gross doch noch verstanden und spielen in den Playoffs alles in Grund und Boden. Einen besonderen Moment gibt es dabei in Berlin: beim Stand von 1:15 im zweiten Drittel wirft Richer entnervt das Handtuch, die Serie wird im dritten Spiel zu Gunsten von Mannheim abgebrochen.

Im Halbfinale mussten die Adler sich Bremerhaven stellen. Es sollte eine härtere Nuss werden als erwartet da Bremerhaven überraschend noch deutsche Pässe für Connor McDavid (Urgroßmutter aus Hamburg), Auston Matthews (Schwippschwager in Kassel) und Oliver Ekman-Larsson (hat sich im Schwarzwald eine Kuckucksuhr gekauft) bekommen hat. Alle drei wurden als vertragslose Spieler nachverpflichtet und spielen für den guten Zweck in Bremerhaven.

Matthias Roos taut als Eismeister in Krefeld die Halle ab. Das dauert drei, sechs, zehn Stunden.

Das Finale zwischen München und Mannheim wird nicht ausgetragen da beide Teams wegen Dopings disqualifiziert werden. In München stimmte was mit den Getränken nicht, in Mannheim etwas mit dem Senf. Da bereits alle anderen Eishallen abgetaut wurden wird erstmals der Titel in der DEL durch eine Runde Kniffel entschieden. Überragender Akteur wird hier Schwenningens Dominik Bittner, der die Wild Wings zur ersten DEL-Meisterschaft überhaupt führt.

Glückwunsch, Schwenningen.

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